07/11/2018, 20:00
Filmclub Bolzano/Bozen

Zwischen Krieg und Frieden

Filmabend

In der Reihe "Film&Geschichte" organisiert "Geschichte und Region / Storia e regione" in Zusammenarbeit mit dem Friedenszentrum Bozen einen Filmabend, der sich anlässlich der 100 Jahre des Endes des Ersten Weltkrieges  der Bedeutung von "Frieden" widmet.

Zunächst soll der 2016 erschiene und vielfach ausgezeichnete Film „Frantz“ von François Ozon die Stimmung am Ende des Ersten Weltkrieges einfangen: Die französisch-deutsche Koproduktion ist größtenteils in Schwarzweißbildern konzipiert und erzählt das Melodram von der Begegnung einer Deutschen (dargestellt von Paula Beer), deren Verlobter im Krieg fiel, mit einem französischen Ex-Soldaten (Pierre Niney) kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Der Film erzählt die Geschichte von vom Krieg zerrütteten Menschen, die in Friedenszeiten mit erfundenen Erzählungen die Vergangenheit hinter sich zu lassen versuchen.

Die anschließende Diskussion steht dann ganz im Zeichen der Frage, inwiefern das Ende eines Krieges auch tatsächlich mit dem Begriff „Frieden“ umschrieben werden kann oder ob nicht vielmehr darin wieder die Wurzeln für neue Konflikte eingegraben sind. Dabei wird u. a. das Thema der im Museo Alto Gardo zu besichtigenden Sonderausstellung „No War No Peace“ aufgegriffen, welche die Spuren konfliktträchtigen Friedensverträge über das gesamte 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachverfolgt. Der Ideator dieser Ausstellung, Raffaele Crocco, ist auch Leiter des Projekts „Atlante delle guerre e die conflitti del mondo“ und als Gast der Veranstaltung wird er mit den Historikern Karlo Ruzicic-Kessler (Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte, Freie Universität Bozen) unter der Moderation von Andrea Bonoldi (Universität Trient) über die regionalen historischen Aspekte und globale Phänomene des fragilen Friedensbegriffes diskutieren.

 


„Frantz“

(F/D 2016)
Regie: François Ozon
Darsteller*innen: Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow
In Originalsprache (Deutsch/Französisch) mit italienischen Untertiteln

Quedlinburg, im Jahr 1919: Die junge Anna sucht regelmäßig das Grab ihres Verlobten Frantz auf, der im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallen ist. Eines Tages bemerkt sie dort einen jungen Mann, der zwei Tage nacheinander an dem Grab Blumen ablegt. Bei dem Fremden handelt es sich um den jungen Franzosen Adrien.

 

Diskussion:

Andrea Bonoldi (Universität Trient) diskutiert mit:

Raffaele Crocco (Ausstellung "No War No Peace“ im Museo Alto Garda; Direktor des Projekts „Atlante delle guerre e dei conflitti del mondo")

Karlo Ruzicic-Kesseler (Historiker am Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte, Freie Universität Bozen)

 

7. November, 20.00 Uhr, Filmclub Bozen